Persönliche Erfahrungen

Die erste Idee gewinnt fast nie

axelkopp-PlanB

Folge 1 von 5

Die erste Idee gewinnt fast nie

Warum ich gelernt habe, meiner ersten Eingebung nicht blind zu vertrauen

Der Cursor blinkt. Vor mir liegt die dritte Version einer Überschrift, die ich in der letzten halben Stunde geschrieben habe. Die erste war gut. Die zweite war besser. Und trotzdem sitze ich hier und frage mich: Geht das nicht noch besser?

So geht es mir mit fast jeder Idee, die mir wichtig ist. Früher dachte ich, gute Entscheidungen entstehen so: Eine Idee kommt, und man setzt sie sofort um. Heute weiß ich, dass das bei mir fast nie funktioniert.

Ausgangslage: Wenn eine Idee einfach nicht loslässt

Bei mir passiert etwas Bestimmtes, sobald eine Idee auftaucht: Sie beginnt zu arbeiten. Nicht für fünf Minuten. Manchmal für Stunden, manchmal für Tage. Ich beschäftige mich damit, drehe sie von allen Seiten, stelle sie immer wieder infrage und frage mich ständig: Geht das nicht noch besser?

Von außen sieht das wahrscheinlich manchmal anstrengend aus. Für mich gehört es einfach dazu – auch wenn ich selbst nicht immer genau weiß, wann ich eigentlich aufhören sollte.

Die erste Idee ist nur der Anfang

Wenn ich heute auf meine Projekte schaue, fällt mir etwas auf: Fast nichts sieht am Ende noch so aus wie am Anfang. Die erste Version meiner Website war eine ganz andere. Die ersten Ideen für mein Logo waren andere. Auch viele Beiträge auf dieser Website haben mit einer völlig anderen Überschrift begonnen.

Selbst der Gedanke hinter „Leben mit Plan B“ hat sich über Wochen weiterentwickelt. Die erste Idee war nie schlecht. Sie war einfach noch nicht fertig.

Warum ich mich trotzdem an einer Idee festbeiße

Viele versuchen, möglichst schnell eine Lösung zu finden. Ich suche lieber nach einer stimmigen Lösung. Deshalb höre ich selten bei der ersten Antwort auf. Ich frage weiter. Ich ändere. Ich verwerfe. Ich beginne neu.

Bis irgendwann dieser Moment kommt, an dem plötzlich alles zusammenpasst. Dann weiß ich: Jetzt ist es richtig. Nicht perfekt. Aber stimmig.

Drei Dinge, die ich daraus gelernt habe

1. Die erste Idee ist ein Startpunkt – kein Endpunkt

Viele gute Ideen scheitern nicht daran, dass sie schlecht sind. Sondern daran, dass man sie zu früh für fertig hält.

2. Gute Lösungen brauchen manchmal Zeit

Nicht jede Denkpause ist verlorene Zeit. Oft arbeitet der Kopf weiter, obwohl man gerade etwas völlig anderes macht. Die besten Einfälle kommen bei mir selten am Schreibtisch. Sondern beim Spazierengehen, auf Reisen oder sogar unter der Dusche.

3. Man sollte den Mut haben, die eigene Idee wieder zu verwerfen

Das fällt nicht immer leicht. Schließlich hat man schon Zeit investiert. Aber manchmal entsteht genau in diesem Moment etwas deutlich Besseres.

Was das mit „Leben mit Plan B“ zu tun hat

In den letzten Wochen habe ich genau das wieder erlebt. Aus einer einfachen Idee für eine Website wurde nach und nach ein Magazin. Aus einzelnen Reiseberichten entstand ein roter Faden. Und aus vielen Gedanken entwickelte sich langsam ein Projekt, das sich heute deutlich stimmiger anfühlt als am ersten Tag.

Nicht, weil die erste Idee falsch war. Sondern weil sie Zeit hatte, zu wachsen.

Rückblickende Einordnung

Wenn ich heute zurückblicke, ärgere ich mich nicht mehr über die Zeit, die frühere Versionen gekostet haben. Trotzdem ist dieser Prozess kein reines Erfolgsrezept: Manchmal verliere ich mich im Verwerfen und Neuansetzen und muss mich bewusst dazu zwingen, eine Version tatsächlich fertigzustellen, statt sie ein weiteres Mal infrage zu stellen. Ob ich diese Grenze immer richtig ziehe, weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht.

Meine Erfahrung auf einen Blick

•     Fast keines meiner Projekte sieht heute noch so aus wie am Anfang – Website, Logo, viele Beitragsüberschriften haben sich mehrfach verändert

•     Ich halte selten an der ersten Antwort fest, sondern frage weiter, ändere, verwerfe und beginne notfalls neu

•     Die besten Einfälle kamen bei mir selten am Schreibtisch, sondern beim Spazierengehen oder unter der Dusche

•     Auch der Gedanke hinter „Leben mit Plan B“ hat sich über Wochen weiterentwickelt, nicht weil die erste Idee falsch war, sondern weil sie Zeit hatte zu wachsen

•     Ich weiß selbst nicht immer, wann ich mit dem Verwerfen und Neuansetzen aufhören sollte

Fazit

Heute freue ich mich fast, wenn die erste Idee nicht gewinnt. Denn meistens bedeutet das, dass ich noch nicht am Ziel bin. Die erste Idee öffnet die Tür. Die beste entsteht oft erst auf dem Weg dorthin.

Das ist meine persönliche Bilanz, keine Regel für alle – bei anderen Menschen mag die erste Eingebung oft schon die richtige sein. Für mich hat sich dieser langsamere Weg bislang bewährt, auch wenn er mich manchmal mehr Zeit kostet, als mir lieb ist.

 

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag schildert eine individuelle, persönliche Erfahrung und lässt sich nicht ohne Weiteres auf andere Situationen übertragen. Er ersetzt keine fachliche Beratung. Bitte informieren Sie sich bei eigenen Entscheidungen zusätzlich individuell und bei den jeweils zuständigen Fachstellen.

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